Hermann Tödter

Beethovenweg 4
27404 Zeven
Tel. 04281 - 4320
email: Hermann-Toedter@t-online.de

Verheiratet, 2 Söhne

Hobby: Tier und Naturfotografie

Fotoarchiv mit über 60000 Aufnahmen: Einheimische Tiere, Pflanzen, Landschaften, Historisches

Mitautor des Buches: Aus Flachs wird Leinen (Heimatbund Rotenburg/Wümme)

Autor der plattdeutschen Bücher: "Up ’n Dörp is dat nu mol anners" und "Wi schnackt leber Plattdüütsch"

 

Ein ZZ- Bericht - Sonntagsjournal

Die Naturfotografie ist für Hermann Tödter ein Hobby geblieben –
Und das ist gut so

Ein Perfektionist, der das Aufstehen am frühen Morgen nicht scheut, dabei noch geduldig bleibt und nach seinem Wissen über Flora und Fauna zu urteilen, auch als „wandelndes Lexikon“ durchgehen könnte. So ließe sich Hermann Tödter in wenigen Worten beschreiben. Doch der beliebte Naturfotograf ist so facettenreich wie sein Werk. Ein Gespräch lohnt sich, denn von wilden Verfolgungsjagden mit halbwüchsigen Wildschweinen, schlechten Erfahrungen mit Brennnesseln und waghalsigen Experimente im Moor erzählen die Bilder leider nichts.

Hermann Tödter„Über die Jahre erlebt man viel“, sagt der Zevener, dessen eindrucksvolle Aufnahmen von Tieren, Pflanzen und Landschaften seit 2005 jede Woche unter dem Titel „Stadt, Feld, Wald und Flur – Unsere heimische Tierwelt“ im Sonntagsjournal erscheinen. Dass ihm die Fotos dafür ausgehen könnten, diese Sorge besteht nicht. Sein Riesenfundus enthält mehr als 40 000 Dias, jedes Jahr kommen 2 000 neue Aufnahmen hinzu.
Dabei gibt sich Hermann Tödter bescheiden. Während die eine Hälfte seines Arbeitszimmers die in Kunststoffhüllen verpackten Dias einnehmen, belegt die andere Hälfte des Raums ein Regal voller Fachliteratur. Doch die brauche er schon lange nicht mehr, so seine Frau Elfriede. „Was er alles weiß, da muss man sich wundern!“

Bildband über das alte Zeven

Elfriede mit BlaumeiseSeine Frau ist es auch, die ihn manchmal bremsen muss. „Sie hilft mir, meinen inneren Schweinehund zu überwinden“, erzählt der Sohn eines Waldarbeiters. „Sonst würde er stundenlang am Computer sitzen.“ Dort digitalisiert er seine Dias, stellt Fotos, Text und Geräusche für seine – mittlerweile 30 – Vorträge zusammen und hat so nebenbei auch noch ein Bildband über das alte Zeven herausgebracht. Letzteres fällt ein wenig aus der Reihe und war so erst auch nicht geplant. Eigentlich habe er einen Bildband für seine beiden Söhne Uwe und Ralf zusammenstellen wollen. „Ich wollte ihnen mit dem Zeven, so wie sie es kannten, eine Freude machen“, erzählt der Großvater eines fünfjährigen Jungens. Doch die Resonanz auf dieses Projekt war schier gewaltig. Um die vielen zugeschickten Fotos und Postkarten besser zuordnen zu können, habe er sich Hilfe bei Hans-Hermann Intemann gesucht. „Der sagte zu mir: ‚Ich bin über 80, wenn Du etwas von mir wissen willst, musst Du Dich beeilen.‘ 30 Minuten später klingelte ich bei ihm an der Haustür.“ Entstanden ist ein Bildband „So war es damals in Zeven“ mit fast 400 Fotos. Für den Vortrag zu diesem Thema greift er auf mittlerweile 700 Fotos zurück.

Einmal am Tag in die Natur

Die Energie nimmt der 76-Jährige zum einen aus den Ruhepausen – einmal am Tag steht ein einstündiger Spaziergang auf dem Programm, im Sommer eine gut 15 Kilometer lange Strecke auf dem Fahrrad –, zum anderen zehrt er vom Lob und der Begeisterung, die ihm entgegengebracht werden.
Mit dem Renteneintritt sei der bis dato im Möbelhandel tätig gewesene Tödter von einem Tag auf den anderen so richtig in die Tierfotografie eingestiegen. Dabei habe er seine Leidenschaft für die Fotografie bereits kurz nach der Schulzeit entdeckt. Und auch für Elfriede. „Er war unser Dorffotograf“, erinnert sie sich gerne an die Zeit in Kalbe zurück und schmunzelt. „Wir hatten Hermann immer bei uns. Er wurde zu Taufen und Hochzeiten gerufen. Und, zu der Zeit mochte er uns junge Mädchen auch leiden.“ Doch Menschen zu fotografieren, habe ihn nie so begeistert wie die Tierfotografie. „Rehbock sagt nicht Recht am eigenen Bild“, so Hermann Tödter mit trockenem Humor über die Persönlichkeitsrechte am eigenen Bild.
Auch wenn die beiden viel zusammen unternehmen („Gemeinsam sind wir stark!“) und Elfriede Tödter das Hobby ihres Mannes sehr schätzt, lässt sie ihn lieber alleine, wenn er Tiere fotografiert – doch immer mit einem sorgenden Blick auf die Uhr. So könne er gut und gerne mal einen halben Tag im Tarnzelt verbringen. „Da können sie sich vorstellen, dass ich nicht so lang meinen Mund halten kann“, lacht sie. Dazu kommt, dass der Naturfotograf im Frühjahr bereits um halb drei Uhr morgens auf den Beinen steht. „Dann beginnt die beste Zeit zum Fotografieren, die meisten Tiere werden aktiv. Noch bevor die Tiere aktiv werden.“ Der Lohn: Ob Eisvogel, Dachs oder Fuchs, sie alle sind nur schwierig vor die Linse zu bekommen, doch Hermann Tödter hat es geschafft. „Man muss so tun, als habe man stundenlang Zeit, auch wenn es nur 20 Minuten sind.“

Eisvogel

Fuchs

Richtige Entscheidung

Oft habe Tödter auch Ratschläge erhalten, sich selbstständig zu machen. Doch der Naturfreund ist sicher, wäre er diesen Weg gegangen, dann hätte er keinen Spaß mehr an der Fotografie gehabt. „Ich glaube, das habe ich mein Leben lang richtig gemacht.“ So ist die Fotografie ein Hobby geblieben. Seine Vorträge hält er daher auch nur im Auftrag von Vereinen und Organisatoren und nie als Veranstalter – so zum Beispiel für den NABU am 9. März um 19.30 Uhr im Ringhotel Paulsen und am 23. März um 20.00 Uhr im Rathaussaal für den Sozialverband Zeven.
Hatte er Vorbilder? Ja, den Zevener Internisten Dr. Hagen. Diesen hat er Anfang der 1970er Jahre zweimal nach Afrika begleitet. „Der Kongo war das absolute Highlight für mich“, erinnert sich der Naturfotograf an diese Zeit zurück, als er als Assistent vom Frankfurter Zoo als einer der Ersten einen Pygmäenstamm besuchte. Noch heute läuft ihm ein Schauer kalt über den Rücken, wenn er an das Fest unter Mondschein zurückdenkt, das der Stamm für die Besucher ausrichtete.
Um Abenteuer zu erleben, muss er jedoch nicht immer weit fahren: So auch im Sommer, als er von einer Expedition an der Oste in Brauel erst verspätet zurückkehrte – und zwar sichtlich gebeutelt. Einige Hindernisse, die Tödter übersah, sorgten dafür, dass er kopfüber viermal in den Brennnesseln landete. „Wie gut, dass es Mobilfunktelefone gibt“, ist sich das Ehepaar Tödter heute einig, das übrigens auf Plattdeutsch miteinander redet. Und mit den Tieren? „Darüber habe ich noch nie nachgedacht, wenn es ernst wird, dann red‘ ich Plattdeutsch und sag ‚hau af!‘“
 Text/Fotos: Baraz

Blaumeise

Schwäne

Weißstorch